Was europäische Vorgaben für die IT-Beschaffung bedeuten
Ökodesign, Reparaturfähigkeit, Ersatzteilversorgung: Regeln, die eher den Hersteller treffen — und dem Einkauf trotzdem Arbeit machen.
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Nachhaltigkeit
Recycling gilt als das Gute. Gegenüber Weiterverwendung ist es die deutlich schlechtere Wahl — und wird trotzdem häufiger gewählt.
Wenn ein Unternehmen Altgeräte „umweltgerecht entsorgt", ist die Absicht richtig und das Ergebnis oft schwach. Recycling steht in der Abfallhierarchie unter der Wiederverwendung, und zwar mit gutem Grund.
Beim Recycling werden Materialien zurückgewonnen: Aluminium, Kupfer, Stahl, Gold in kleinen Mengen. Das ist sinnvoll und ersetzt Primärrohstoffe. Aber es rettet nur einen Teil des Materialwerts, und es rettet nichts von dem, was die Herstellung eigentlich teuer macht: die Fertigungsenergie, die Präzisionsarbeit, die Chip-Produktion. Ein recycelter Chip existiert nicht — Halbleiter werden nicht zurückgewonnen, sie werden verbrannt oder eingeschmolzen.
Weiterverwendung erhält all das. Ein Gerät, das weiterläuft, ersetzt ein Neugerät vollständig. Der Unterschied zwischen beiden Wegen ist nicht graduell, sondern grundlegend.
Eine Vorgabe mit Reihenfolge. „Geräte werden zuerst auf Weiterverwendung geprüft; nur was nicht weiterverwendbar ist, geht in die Verwertung." Ein Satz in der IT-Richtlinie, der die Standardentscheidung umdreht.
Eine Kennzahl. Anteil der weiterverwendeten Geräte an allen abgegebenen. Was gemessen wird, verbessert sich; was niemand zählt, bleibt beim bequemen Weg.
Ein Nachweis, der beides trennt. Lassen Sie sich je Vorgang ausweisen, wie viele Geräte weiterverwendet und wie viele verwertet wurden. Diese Trennung ist die Grundlage für jede belastbare Aussage im Nachhaltigkeitsbericht.
Es gibt ihn, und er ist nicht klein: Geräte mit Feuchtigkeitsschaden, mit Platinenschäden, mit stark aufgeblähtem Akku oder aus Generationen, für die es keine Ersatzteile mehr gibt. Diese Geräte gehören in die fachgerechte Verwertung — und ein Dienstleister, der behauptet, alles sei weiterverwendbar, sagt nicht die Wahrheit.
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Zwischen einer groben Schätzung und einer prüffähigen Bilanz liegt ein weiter Weg. Was man mit vorhandenen Daten wirklich sagen kann.
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