Was europäische Vorgaben für die IT-Beschaffung bedeuten
Ökodesign, Reparaturfähigkeit, Ersatzteilversorgung: Regeln, die eher den Hersteller treffen — und dem Einkauf trotzdem Arbeit machen.
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Nachhaltigkeit
Bei einem Smartphone entsteht der größte Teil der Emissionen, bevor es zum ersten Mal eingeschaltet wird. Das verändert, was „energieeffizient" bedeutet.
Wer die Umweltwirkung von IT senken will, denkt zuerst an Stromverbrauch. Bei Rechenzentren ist das richtig. Bei Endgeräten führt es in die falsche Richtung — dort liegt der Hebel an einer anderen Stelle.
Die Hersteller veröffentlichen für viele Modelle Umweltberichte mit einer Aufteilung der Lebenszyklusemissionen. Das Muster ist über Marken und Gerätearten hinweg ähnlich: Bei Smartphones und Tablets entfällt der überwiegende Teil — häufig um vier Fünftel — auf Herstellung und Transport. Der Betrieb über mehrere Jahre macht nur einen kleinen Anteil aus, weil ein Gerät mit Akku sehr wenig Energie braucht.
Bei Notebooks ist der Betriebsanteil etwas höher, bleibt aber klar in der Minderheit. Erst bei Geräten, die dauerhaft am Netz hängen und viel leisten — Desktop-PCs mit Grafikleistung, Bildschirme mit hoher Helligkeit — verschiebt sich das Verhältnis.
Ein Jahr längere Nutzung wirkt stärker als jede Effizienzverbesserung. Wenn vier Fünftel der Emissionen in der Herstellung stecken, verteilt eine Verlängerung der Nutzungsdauer von drei auf vier Jahre diesen Anteil auf mehr Jahre — die jährliche Wirkung sinkt um etwa ein Viertel. Kein neues Gerät kann diesen Effekt durch geringeren Verbrauch einholen.
Der Austausch eines funktionierenden Geräts gegen ein effizienteres rechnet sich ökologisch selten. Die Herstellung des neuen Geräts erzeugt sofort Emissionen, die Einsparung im Betrieb ist klein und verteilt sich über Jahre.
Weiterverwendung ist die wirksamste Maßnahme. Ein Gerät, das ein zweites Arbeitsleben bekommt, vermeidet die Herstellung eines Neugeräts — nicht anteilig, sondern vollständig.
Es heißt nicht, dass Geräte endlos laufen sollen. Ein Notebook, das keine Sicherheitsaktualisierungen mehr erhält, gehört ersetzt — Sicherheit schlägt Bilanz. Und ein Gerät, das die Arbeit behindert, kostet in Arbeitszeit mehr, als es in Emissionen spart.
Nutzungsdauer verlängern, solange es technisch und sicherheitstechnisch vertretbar ist. Beim Austausch das Altgerät in die Weiterverwendung geben statt in die Verwertung. Und beim Einkauf prüfen, ob ein aufbereitetes Gerät die Anforderung erfüllt — bei den meisten Büroarbeitsplätzen tut es das.
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