Was europäische Vorgaben für die IT-Beschaffung bedeuten
Ökodesign, Reparaturfähigkeit, Ersatzteilversorgung: Regeln, die eher den Hersteller treffen — und dem Einkauf trotzdem Arbeit machen.
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Nachhaltigkeit
Der weltweite Berg wächst schneller als die Sammelquoten. Der Hebel für Unternehmen liegt nicht in der Entsorgung, sondern davor.
Elektroaltgeräte sind der am schnellsten wachsende Abfallstrom weltweit. Die internationalen Erhebungen — insbesondere der Global E-waste Monitor der Vereinten Nationen — beschreiben seit Jahren dasselbe Bild: Die Mengen steigen deutlich, die dokumentierte Sammlung und fachgerechte Behandlung hält nicht Schritt. Ein erheblicher Teil verschwindet in undokumentierten Wegen.
Deutschland hat eine ausgebaute Sammelstruktur und liegt bei den Sammelquoten im europäischen Mittelfeld. Auffällig ist etwas anderes: Ein großer Teil der Geräte, die in die Sammlung gehen, wäre technisch weiterverwendbar. Sie werden verwertet, weil das der eingerichtete Weg ist — nicht weil sie kaputt sind.
Bei Unternehmensgeräten ist dieser Anteil besonders hoch, weil sie in einem festen Zyklus ausgetauscht werden. Ein Notebook, das nach drei Jahren im Austauschzyklus liegt, ist selten defekt. Es ist nur nicht mehr das neueste.
Für ein Unternehmen ist die Entsorgungsfrage die letzte und kleinste in der Kette. Die großen liegen davor:
Drei Zahlen genügen für einen Anfang: durchschnittliche Nutzungsdauer je Gerätetyp, Anteil reparierter statt ersetzter Geräte, Anteil weiterverwendeter statt verwerteter Altgeräte. Diese drei Zahlen sind aus vorhandenen Systemen ableitbar und sagen mehr über die Wirkung aus als jede Selbstverpflichtung.
Der wirksamste Beitrag eines Unternehmens zum Elektroschrottproblem ist, weniger Geräte zu kaufen — nicht, sie besser zu entsorgen. Das ist eine Beschaffungsentscheidung, keine Umweltmaßnahme. Genau deshalb wird sie selten in der Umweltabteilung getroffen.
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