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Nachhaltigkeit

Elektroschrott in Zahlen — und was Unternehmen daran ändern

21. Oktober 2025· 2 Minuten Lesezeit· SMD GmbH
Titelbild zum Beitrag: Nachhaltigkeit

Der weltweite Berg wächst schneller als die Sammelquoten. Der Hebel für Unternehmen liegt nicht in der Entsorgung, sondern davor.

Elektroaltgeräte sind der am schnellsten wachsende Abfallstrom weltweit. Die internationalen Erhebungen — insbesondere der Global E-waste Monitor der Vereinten Nationen — beschreiben seit Jahren dasselbe Bild: Die Mengen steigen deutlich, die dokumentierte Sammlung und fachgerechte Behandlung hält nicht Schritt. Ein erheblicher Teil verschwindet in undokumentierten Wegen.

Was Deutschland betrifft

Deutschland hat eine ausgebaute Sammelstruktur und liegt bei den Sammelquoten im europäischen Mittelfeld. Auffällig ist etwas anderes: Ein großer Teil der Geräte, die in die Sammlung gehen, wäre technisch weiterverwendbar. Sie werden verwertet, weil das der eingerichtete Weg ist — nicht weil sie kaputt sind.

Bei Unternehmensgeräten ist dieser Anteil besonders hoch, weil sie in einem festen Zyklus ausgetauscht werden. Ein Notebook, das nach drei Jahren im Austauschzyklus liegt, ist selten defekt. Es ist nur nicht mehr das neueste.

Der Hebel liegt vor der Entsorgung

Für ein Unternehmen ist die Entsorgungsfrage die letzte und kleinste in der Kette. Die großen liegen davor:

  1. Nutzungsdauer. Ein Jahr länger senkt die jährliche Umweltwirkung um einen erheblichen Anteil und die Beschaffungskosten gleich mit.
  2. Reparatur statt Austausch. Bei Displays und Akkus ist die Rechnung meist eindeutig — wenn eine Zuständigkeit dafür existiert.
  3. Weiterverwendung beim Abgang. Der Punkt, an dem sich entscheidet, ob aus einem Arbeitsmittel ein Gerät oder ein Rohstoff wird.
  4. Beschaffung mit weniger Varianten. Gleiche Modelle sind leichter zu reparieren, zu tauschen und weiterzuverkaufen.

Was sich messen lässt

Drei Zahlen genügen für einen Anfang: durchschnittliche Nutzungsdauer je Gerätetyp, Anteil reparierter statt ersetzter Geräte, Anteil weiterverwendeter statt verwerteter Altgeräte. Diese drei Zahlen sind aus vorhandenen Systemen ableitbar und sagen mehr über die Wirkung aus als jede Selbstverpflichtung.

Die unbequeme Erkenntnis

Der wirksamste Beitrag eines Unternehmens zum Elektroschrottproblem ist, weniger Geräte zu kaufen — nicht, sie besser zu entsorgen. Das ist eine Beschaffungsentscheidung, keine Umweltmaßnahme. Genau deshalb wird sie selten in der Umweltabteilung getroffen.

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